Österreich

Südtirol Feuerstein Nature Family Resort

Die traumhafte Landschaft rund um den Brenner

Seit Jahrzehnten fahren feriensehnsüchtige Familien über den Brenner in Richtung Süden – und wissen dabei gar nicht, was für ein wundervolles Tal jenseits des Passes liegt. Die Einfahrt zum Pflerschtal ist spektakulär, auch bei Regen und Gewitter. Wir fahren an tosenden Wasserfällen vorbei und als wir am Hotel ankommen, schlägt in die Gebirgsspitze gegenüber ein Blitz ein. Willkommen im anthroposophischen Naturressort Feuerstein. Architektonisch wohl durchdacht aus naturbelassenem Holz und Fels, die Kinderbetreuung ist angelehnt an den pädagogischen Grundsätzen von Maria Montessori. Am Eingang steht ein großer Korb mit Äpfeln und durch den großzügigen Rezeptionsbereich fahren einige Kinder barfuß mit ihrem Roller zwischen den Loungesitzen hindurch. Das sehr junge Personal gibt mir eine kurze Einführung ins täglich wechselnde Familienprogramm, leider vergessen sie dabei, die Kinder selbst anzusprechen. Wir schreiben uns direkt für die Holzwerkstatt sein. Die ist in einem Haus mit Heuboden untergebracht, Kinder – und Erwachsene natürlich auch – können sich von oben ins ein Meter hohe Heu fallen lassen. In der Holzwerkstatt unterm Dach werden bereits Sterne und Schwerter bemalt, Holz eingebrannt, geraspelt und geschliffen. Mein Sohn ist ein wenig enttäuscht, weil das Holz bereits fertig geschnitten ist und eigentlich nur noch etwas geschliffen werden muss. „Das ist so, wie wenn Dir schon jemand die Hälfte Deiner Rechenaufgabe vorgibt“, findet er und erkundet stattdessen den Rest von Haus und Gelände. Es gibt eine Rutsche im Haus, einen Verkleidungsraum und kleine Verstecke, in die man sich zurückziehen kann um zu lesen oder mit Kapla-Steinen zu spielen.

Anzeige

Mit dem Piratenfloß über den Badeteich

Als es draußen aufklart, entern wir den Badeteich. Ein Piratenfloß führt über den Naturteich mit Lurchen und Kaulquappen und mein Kleiner setzt souverän über, macht einen Zwischenstopp auf der kleinen Insel und legt trockenen Fußes schließlich wieder auf der gegenüberliegenden Seite an. Das kann ja nicht ganz so schwierig sein, denke ich und tippe vorsichtig mit meinem Fuß auf das Boot. Das schaukelt da schon ordentlich, also ziehe ich vorsichtshalber meine Schuhe aus, lege mein Handy dazu und versuche nicht zu ungelenk mich auf die Planken zu stellen und mithilfe des Seils von der einen zur anderen Seite zu manövrieren. Vielleicht hätte ich es auch geschafft. Wenn nicht mein teuflischer Sohn der Ansicht gewesen wäre, mir den Schwierigkeitsgrad der Überquerung erhöhen zu müssen, indem er sich unter Einsatz seines gesamten Körpergewichts am Seil hin- und herschwingt. Alle Drohungen meinerseits klingen im aufsteigenden Dunst des Wassers eher kläglich, unstetig kippel ich mitten auf dem Teich auf meinem einen Quadratmeter Holz hin und her, völlig den Gewalten meines Sohnes ausgesetzt – und schwimme kurze Zeit später mit den Fröschen gen Ufer. Um dann meinen Sohn platschnass um den See zu jagen. Chancenlos, selbstverständlich.

Wanderung durch das Pflerschtal

Ich plane also, ihn am nächsten Tag bei der Wanderung einfach irgendwo zu vergessen. Es gäbe kaum einen passenderen Ort dafür als den, den Petra, Tourenbeauftragte des Resorts, für diesen Tag zum Ziel erkoren hat: Sie möchte uns zur Hölle führen, dem größten Wasserfall des Pflerschtals. „Nur bei uns, kommt man zur Hölle und zurück.“ Fünf Stunden plant sie für die Tour bis zur Furtalmhütte und Retour zum Hotel. Selbst die Kleinsten unter den Hotelkindern springen wie die Gämse die Wege hoch. Petra macht genügend Pausen und erklärt die Umgebung und Pflanzen mit beeindruckender Ortskenntnis. Wir Eltern schnaufen weit mehr als unsere Kinder und brauchen letztendlich die Pause auf der Hütte wesentlich nötiger.

Zurück beim Hotel entspannen wir in der großzügigen Wasserlandschaft, anders als ich haben die Kinder immer noch genügend Energie die Treppe hoch zur Wasserrutsche zu nehmen. Am späten Nachmittag begebe ich mich wieder zum Floß, diesmal nur mit Badeanzug bekleidet – sicherheitshalber. Ein wenig stolz komme ich schließlich am anderen Ufer an. Wie schön, auch selbst noch mal ein bisschen Kind sein zu können.

Fazit: Die Lage des Hotels ist umwerfend und das Haus gut durchdacht. Das Büffet ist grandios, die a la Carte Gerichte sind zwar ambitioniert aber etwas langweilig. Die Nebenkosten (bsp. 20 Euro um selbst eine Ladung Wäsche zu waschen und den Trockner zu benutzen) sind sehr hoch.

Promotion