Köln

Köln Läden, die einladen

Eine Tür tut sich auf, die Zeit bleibt stehen, und Ruhe kehrt ein. Bis der Mensch hinter der Theke anfängt zu erzählen – von Pfeifen, Honig, Gummi, Filz oder Tafelsilber. Es gibt sie noch, die schönen Kölner Traditionsläden.
Gummiladen in Köln
     
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ZUG UM ZUG GENIESSEN

"Das Haus der 10.000 Pfeifen" steht über der Tür, und das ist wohl die einzige Untertreibung, auf die man im Laden von Peter Heinrichs trifft. Er hat mehrere 10.000 Pfeifen im Angebot, dazu ein gigantisches Sortiment an Tabak und Zigarren. Und seine eigene Zigarettenmarke. Sein Großvater gründete 1908 "Pfeifen Heinrichs", er selbst wurde mit Zigarettenautomaten reich und wollte mit 30 in Rente gehen. Was dann geschah und wie er die Familientradition doch noch weiterführte, ist in seinem Buch nachzulesen. Es heißt: "Ich liebe mich".

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Info: Hahnenstraße 2-4, www.peterheinrichs.de

KÖLNER FILZ HAT VIELE FARBEN

Seit der Boom ausgebrochen ist und Filz zu Laptop-Hüllen, Schlüsselanhängern und Umhängetaschen verarbeitet wird, stehen im Hinterstübchen von Filz Gnoss die Nähmaschinen kaum mehr still. Den Laden gab es schon lange vor dem Boom, er wurde 1925 eröffnet. Farben können sich die Kunden aussuchen. Bei einem Stammkunden ist die Farbwahl immer gleich: Geißbock Hennes, das Maskottchen des 1. FC Köln, läuft immer mit einer roten Decke von Gnoss auf dem Rücken durchs Stadion.

Info: Apostelnstraße 21, www.filz-gnoss.de

EIN SCHLAUCH FÜR JEDE LEBENSLAGE

Manchmal kommen Tüftler, manchmal Oldtimer-Freaks, manchmal Logopäden. Dass sie alle Schläuche brauchen, nur vollkommen unterschiedliche, hat Gerhard Zilles gelernt, seit er Gummi Grün übernommen hat. Er selbst hat hier schon als Kind Regenklamotten gekauft. Den Laden gibt es seit 1884, benannt ist er nach seinem Gründer Franz Grün. Die meisten Kunden kommen schlicht, um die bunte Mixtur von Fliegenklatschen, Badekappen, Badelatschen, Gießkannen und rutschfesten Böden zu bestaunen.

Info: Richmodstraße 3-7, www.gummi-gruen.de

MIT MESSER UND GABEL

Mit einem Silberlöffel, den Bodo Glaub bei einem Antiquitätenhändler kaufte, fing es an. 1950 eröffnete er das Besteckhaus Glaub und machte es zu einer einmaligen Mischung aus Spezialgeschäft und Raritätenkabinett – bis heute geführt von seiner Frau Anita, einer sehr liebenswerten Dame, die stundenlang erzählen kann. Die Inneneinrichtung stammt von Wilhelm Koep, dem Architekten, der auch das Blau-Gold-Haus beim Dom gebaut hat.

Info: Komödienstr.107-113, www.besteckhaus-glaub.com

Honigladen in Köln
Walter Schmitz
Der Herr der Bienen

DER BIENENKÖNIG MIT DER FLIEGE

"Ich klebe am Honig", sagt Heinz-Josef Müngersdorff. Mit 82 steht er noch immer bei Honig Müngersdorff im Laden. Sein Ur-Ur-Urgroßvater, ein Winzer, startete die Honig-Produktion – anfangs um seinen Wein zu schönen. Daraus wurde ein Geschäft, das Tausende treue Kunden hat, die sich regelmäßig an der Theke drängeln, um ein paar der rund 35 Sorten (z.B. Orange, Kastanie, Tanne) zu probieren. Es gibt auch Senf, Bier, Kosmetik und Kuchen mit Honig – und oft einen Spruch dazu, etwa den: "Ich habe Millionen Mitarbeiter."

Info: An St. Agatha 37, www.honig-muengersdorff.de

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Promotion
Autor
Tinka Dippel