Allgäu

Reiseinformationen Das Schloss Neuschwanstein

Das Schloss Neuschwanstein

Die Reiseinformationen im Überblick:

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Geschichte

Der Thronsaal im Schloss Neuschwanstein

1864 wird Ludwig II. mit 18 Jahren König von Bayern. Zwei Jahre später besiegt Preußen sein Land, er verliert seine Souveränität als Herrscher. Bald darauf beginnt er, sein eigenes Reich zu planen, in dem er sich wie ein echter König fühlen kann: seine Schlösser. Neue Burg Hohenschwangau nennt er das Bauprojekt auf einem schmalen Bergrücken nahe der Pöllatschlucht – oberhalb von Schloss Hohenschwangau, einer Sommerresidenz seiner Eltern. Erst nach seinem Tod bekommt es den Namen Neuschwanstein. Inspiriert wird Ludwig bei seinen detailversessenen und von Anfang an überdimensionierten Plänen von der Wartburg, der von ihm hochverehrte Richard Wagner hatte ihm den Besuch der Thüringer Burg empfohlen. Dort begeistert den König besonders der Sängersaal. Später wird er auch in der Neuen Burg einen Sängersaal einrichten, als Kombination aus dem Sänger­ und dem Festsaal der Wartburg. Er zählt heute mit Thronsaal, Wohnzimmer und Schlafgemach zu den Höhepunkten der Schlossführung. Im September 1869 ist Grundsteinlegung, 1884 sind die Wohnräume beziehbar. Technisch ist das Schloss damals auf der Höhe der Zeit: Spülklosett, Telefon, elektrisches Licht. Fertig wird der Bau zu Ludwigs Lebzeiten nicht, dennoch lebt er hier zeitweilig wie in einer Gegenwelt: Er schläft tagsüber und zieht nachts einsam durch die Säle und Gemächer. Gäste empfängt er nie. Seine Handwerker und Architekten drangsaliert Ludwig mit immer neuen Änderungswünschen, ohne sie bezahlen zu können. Da er trotz immenser Schulden weiterbaut und die Banken mit Pfändung drohen, treibt die Regierung seine Entmündigung voran und lässt ihn in Schloss Berg internieren. Im Starnberger See findet er am 13. Juni 1886 unter noch immer nicht endgültig geklärten Umständen den Tod. Wenige Wochen später wird seine Burg für Besucher geöffnet. Der südliche Teil, die Kemenate, wird noch vereinfacht fertiggestellt, der Bergfried mit Kapelle nicht mehr errichtet. Neben Neuschwanstein baute Ludwig zwei weitere Schlösser: Linderhof bei Oberammergau und Herrenchiemsee. Außerdem hatte er Pläne, die nie ver ­wirklicht wurden: etwa die Burg Falkenstein nahe Pfronten und nicht weit von Füssen einen Chinesischen Palast, für den ein 1860 von Engländern zerstörter Palast in Peking dem König als Vorbild diente.

Anfahrt

Blick auf den Alpsee vom Balkon des Schlosses

Der Weg zum Besucherzentrum der Schlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau ist ab Füssen ausgeschildert. Wer per Auto anreist (B17 Richtung Schwangau), muss auf einem der gebührenpflichtigen Parkplätze in Hohenschwangau parken. Man kann auch von Füssen mit dem öffentlichen Bus fahren. 

Eintrittskarten

Karten für die Schlosstouren gibt es nur im Ticket Center unterhalb des Schlosses Hohenschwangau. Der Besuch ist ausschließlich im Rahmen einer Führung möglich.

Mit dem Ticket erhalten Sie eine Tournummer und eine verpflichtende Einlasszeit. Vor allem in Neuschwanstein herrscht ganzjährig Hochbetrieb. Spontanbesucher kommen am besten frühmorgens. Besser: Tickets reservieren (bis zu zwei Tage im Voraus möglich).

Weg zum Schloss

Schloss Neuschwanstein

Zu Fuß braucht man für den etwa 1,5 Kilometer langen Aufstieg von Hohenschwangau nach Neuschwanstein rund 40 Minuten. Kutschen setzen einen unterhalb des Schlosses ab (7€ hin/3,50€ zurück); von dort sind es noch 15 Minuten. Ein Bus hält an der Marienbrücke, von wo man einen schönen Blick auf Schloss und Pöllatschlucht hat und noch eine Viertelstunde gehen muss. Schloss Hohenschwangau liegt hinter dem Ticket Center auf einer Anhöhe und ist zu Fuß in 15­20 Minuten zu erreichen.

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