Argentinien

Argentinien Ruta 40 - 5000 Kilometer Abenteuer

Ruta Nacional 40 in Argentinien

Die Reiseroute ist so lang wie die Strecke von Lissabon zum Kaspischen Meer und folgt immer derselben Straße, ohne Ampeln, ohne Grenzkontrollen. Und stets kommt man mit derselben Sprache durch. Die Ruta Nacional 40 ist die berühmteste Straße des Landes, das Rückgrat der Nation. Sie durchzieht Argentinien auf einer Länge von fast 5000 Kilometern, zwischen La Quiaca an der bolivianischen Grenze und Cabo Vírgenes in Patagonien. Wer ihr folgt, fährt durch 14 Nationalparks, elf Provinzen, passiert 13 Skigebiete und überquert 236 Brücken. Die Straße folgt dem Verlauf der Anden, die Argentinien und Chile trennen. Im Süden beginnt sie an der Atlantikküste auf Höhe des Meeresspiegels und überquert einen der höchsten befahrbaren Pässe der Welt, den 4895 Meter hohen Abra del Acay.

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Mal ist die Ruta 40 geteert, dann wieder sandige Piste oder nur steiniger Feldweg - je nachdem in welcher Provinz man sich gerade befindet. Ihr charakteristischstes Merkmal ist die Einsamkeit: Auf der Ruta 40 erlebt man die grenzenlose, stille Weite des Landes. Oft fährt man stundenlang, ohne auf einen anderen Menschen oder ein anderes Fahrzeug zu treffen. Unterwegs werden Reisende immer wieder nach Sprit gefragt oder gebeten, die Insassen liegengebliebener Wagen mit ins nächste Dorf zu nehmen. Regelmäßig muss man hier auf die Bremse treten, weil Lamas und Gürteltiere die Fahrbahn kreuzen.

Die Nationalstraße 40 wurde im Jahr 1935 abgesteckt, die Kilometer wurden ursprünglich von Mendoza aus gezählt: 1551 nach Norden, 3115 nach Süden. Argentinier selbst empfinden das Befahren dieser endlosen Piste als Quälerei. Doch inzwischen hat die Tourismusbehörde realisiert, dass die Straße Abenteuerurlauber anzieht, und prompt wurden neue Orientierungspunkte definiert. Jetzt liegt der Kilometer Null werbewirksam in Cabo Vírgenes, in der Provinz Santa Cruz - im Norden führt die Strecke nicht mehr nur bis Abra Pampa in der menschenleeren Puna-Hochwüste, sondern bis La Quiaca an der Grenze zu Bolivien.

Für die Reiseplanung: 40 Tage für die Ruta 40 - so lautet eine Faustregel. Doch die Fahrt ist ein Abenteuer, wer die Strecke genießen will, sollte sich deutlich mehr Zeit nehmen - zumal es viele Attraktionen gibt. Etwa die imposanten Berge im Norden, verwunschene Dörfer, die grünen Berge bei Tafí del Valle oder die Quilmes-Ruinen in der Provinz Tucumá. Auch die Mondlandschaften der Naturparks Ischigualasto und Talampaya liegen an der Route, dazu Weinanbaugebiete und natürlich: Patagonien! Wer kein Rallyefahrer ist, sollte großzügig planen: Drei Monate sind für die Strecke durchaus angemessen.

INFO

Beste Reisezeit: Der Süden und die Mitte des Landes sind am besten zwischen Oktober und März zu durchqueren. Im Norden sind die Monate von April bis September gut geeignet, in den argentinischen Sommermonaten besteht sonst die Gefahr, dass Teile der Strecke durch starke Regenfälle überflutet werden. Auf der Ruta 40 sollte man unbedingt ein Mobiltelefon dabei haben, das Handynetz ist recht gut ausgebaut.

Fahrzeug: Der Großteil der Strecke ist mit einem normalen Pkw befahrbar. Es gibt jedoch Abschnitte, an denen man ohne Vierradantrieb keine Chance hat.

Kartenmaterial: "Infobox Ruta Nacional 40", herausgegeben von den Tourismusbehörden, mit Prospekten der Nationalparks. Oder: "Guía YPF, Ruta 40" und mit Tipps auf Spanisch auch im Internet: www.guiaypf.com.ar. Beide Karten sind in argentinischen Buchhandlungen erhältlich.

Mehr Info: Detaillierte Informationen etwa zu Tankstellen und Bankautomaten, aber auch Berichte über den aktuellen Straßenzustand findet man auf Spanisch auf der Webseite www.rutanacional40.com

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