Australien

Australien Mit der Propellermaschine durchs Outback

Die Kimberleys in Western Australia

Check-in am Flughafen von Darwin: Vor dem Abflug werden alle Passagiere gewogen, um den Treibstoffverbrauch für die Reise in der Sechs-Mann-Maschine zu berechnen. Der 23-jährige Pilot rollt derweil das Flugzeug per Hand in Abflugposition, und nachdem er erklärt hat, wo sich an Bord eine Notration Wasser und Lebensmittel befinden, falls wir in der Wildnis notlanden müssen, fliegen wir schon über die unendliche Weite des Outbacks. Eine halbe Stunde später ist im dichten Grün unsere Unterkunft für die nächste Nacht zu erkennen: Die Davidson’s Arnhemland Safaris im Aborigine-Gebiet Arnhemland - ein kleines Camp mit 15 Bungalows, zu dem keine Straße führt.

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Die Natur sieht hier noch immer so aus, wie sie schon immer war. Und die alten Felshöhlen der Aborigines in der Umgebung wirken, als seien sie gerade erst verlassen worden. Unser Guide Bridget, eine junge Biologin mit Crocodile-Dundee-Hut, deutet auf über 30.000 Jahre alte Felszeichnungen und demonstriert, wie man sich im Busch ernähren kann. Erst probieren wir Grüne Ameisen, die nach Limette schmecken, kosten Bush-Potatoes und nagen an einem Termitenhügel mit hohem Eisengehalt.

Je weiter wir in den Urwald vordringen, desto abenteuerlicher wird es. Auf einem Felsen entdecken wir einen rot bemalten Totenschädel und in den Spalten eines labyrinthartigen Höhlensytems ganze Skelette. "So haben Aborigines früher ihre Toten bestattet", erklärt Bridget. "Erst wurden die Leichen in Bäume gehängt und ihre Knochen dann an Orte gelegt, zu denen die verstorbenen Menschen den stärksten Bezug hatten." Viele der alten Höhlen und Felszeichnungen hat Max, Inhaber der Safari-Lodge, Ende der 1980er Jahre selbst entdeckt - und noch immer verbergen sich unentdeckte Höhlenmalereien in der menschenleeren Gegend.

Eine Schar von Fischreihern am Abendhimmel

Abends beim Sunset Cruise auf dem Cooper Creek liegt ein Fünf-Meter-Krokodil im Gras neben dem Boot und "lüftet" mit offenem Maul sein Gehirn. Blatthühnchen wandern auf staksigen Beinen von einer Seerose zur anderen und die untergehende Sonne färbt den Himmel rosa-lila. Als wir an einem Baum vorbeifahren, fliegen Hunderte von Fischreihern in den Abendhimmel und das Gefühl, dieses Schauspiel ganz allein mitten im Nirgendwo mit einem Glas Wein in der Hand erleben zu dürfen, lässt alle an Bord ehrfürchtig schweigen.

Um sechs Uhr morgens weckt der Blue Winged Kookaboora mit seinem Geschnatter auf – nicht ohne Grund wird der Vogel auch "Wecker des Outbacks" genannt. Kurz darauf sind in der Ferne die Motorengeräusche eines Flugzeugs zu hören. Zeit für die Weiterreise.

In einer kleinen Cessna geht es weiter in den Mary River National Park. Der Flug in die "Wildman Wilderness Lodge" sollt 40 Minuten dauern, aber nach über einer Stunde sind wir immer noch in der Luft. Der Pilot schaut abwechselnd auf die Landkarte auf seinem Schoß und dann wieder auf die Landschaft. Nirgendwo ist eine Landebahn zu erkennen. Nach einem Blick aufs iPhone wird uns klar: Wir haben uns verflogen. Als der Pilot zum Landeanflug ansetzen will, müssen wir ihn korrigieren und sagen: Wir sind noch nicht da! Er reißt das Flugzeug wieder hoch und nach ein paar Extrarunden finden wird dann doch noch den richtigen Weg.

Vom Bad sieht man Wallabies, die in den Sonnenuntergang hüpfen

Nach dem aufregenden Flug tut eine Dusche gut. Vom Bad der klimatisierten Luxusbungalows blickt man durch eine große Glasfront auf Wallabies, die in den Sonnenuntergang hüpfen. Zum Abendessen kredenzt der Koch fangfrischen Baramundi-Fisch, Passionsfrucht-Kuchen und Cappuccino und wir fühlen uns der Zivilisation wieder ein Stück näher.

Als am Morgen eine einsame Wolke am Himmel hängt, spricht Camp-Mangager Jason von einer Sensation. Es ist Ende September und der Beginn der Regenzeit steht nach sechs Monaten Trockenzeit kurz bevor. Was nicht bedeutet, dass es bald kalt und ungemütlich wird, sondern dass es bei 30 Grad Hitze zwischendurch auch einmal eine Erfrischung gibt. Noch brennt die Sonne tagsüber bedingungslos vom Himmel, weshalb wir früh morgens zu einem Billabong-Cruise aufbrechen. Wie ein Monet-Gemälde wirkt das Gewässer mit seinen vielen Seerosen im Morgendunst. Noch sind keine Krokodile zu sehen, aber der Fahrer des Bootes mahnt: "Be crocwise!" Wir sollen unsere Hände nicht ins Wasser hängen lassen und später nicht zu dicht am Flussufer entlang laufen.

Bevor wir mit dem Jeep zurück nach Darwin fahren, erkunden wir die Gegend mit dem Fahrrad. Wir fahren im Zickzack um meterhohe Termitenhügel herum und trauen uns bis zum "Vorsicht-Krokodile"-Schild am Ufer des Billabongs. Lange halten wir es jedoch nicht in der Mittagshitze aus, weshalb wir die letzten Stunden vor der Abfahrt damit verbringen, vom Pool aus über die endlose Weite der roten Landschaft zu blicken.

Als wir nach vier Stunden Fahrt durch die Wildnis die Skyline von Darwin sehen, kommt es uns vor wie eine Sinnestäuschung. Zwar leben in der größten Stadt an der Nordküste Australiens gerade einmal 125.000-Einwohner, aber nach nur drei Tagen in der Wildnis kommt sie uns wie eine Megacity vor. Wie Crocodile Dundee sich in New York gefühlt haben muss, können wir nun besser verstehen, als je zuvor.

INFO

Übernachten in Darwin: Das Skycity Hotel mit täuschend echt aussehender künstlicher Lagune, von der aus man zu seinem Zimmer schwimmen kann.

Anreise: Qantas bietet Flüge von Frankfurt nach Darwin ab 991 Euro im Reisezeitraum vom 1. April bis 19. Juni 2013, bzw. ab 1108 Euro im Reisezeitraum 4. Februar bis 31. März 2013 an. Der Verkauf endet am 31. Dezember 2013.

Mehr Infos: www.australiasoutback.de und www.australiasoutback.com

Promotion
Autor
Aileen Tiedemann