Ozeanien & Australien

Skulpturen Kunst und Kultur in Wellington

Kunst in Wellington

Neil Plimmer in Wellington
Janos Matuschewksi
Neil Plimmer
Elf Meter ragen sie in die Luft, sieben nebeneinander stehende Stangen aus Stahl. Um ihr oberes Ende wickelt sich ein dünner Draht. Besonders spannend erscheint das nicht. Ihren wahren Reiz offenbart die Skulptur "Skyblues" jedoch erst in der Nacht, sagt Neil Plimmer, der mich zu einigen von Wellingtons bekanntesten Kunstwerken führt. Neil ist Mitglied des Wellington Sculpture Trust, einer Stiftung, die - zusammen mit Wellingtons Stadtverwaltung - immer neue Plastiken in Auftrag gibt, um die öffentlichen Plätze der neuseeländischen Hauptstadt zu verschönern. Zu jeder der mittlerweile 25 Skulpturen kennt er eine Geschichte, die fasziniert und oft auch überrascht: Ich hätte nicht gedacht, dass die Kunstwerke, an denen man im Alltag meist achtlos vorbei geht, so sorgfältig ausgewählt werden - dieser Prozess kann bis zu ein Jahr lang dauern.

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Te Marae in Neuseeland
Melanie Maier
Verzierungen an einem Te Marae.
Am Te Papa Tongarewa verabschiedet sich Neil Plimmer. Neuseelands Nationalmuseum hat sechs Stockwerke - hier könnte man Tage verbringen. Museumsführer Richard zeigt mir die wichtigsten Māori-Exponate. Er ist selbst Māori und weiß viel über die Kultur des indigenen Volks. In der "Bush City", dem bewaldeten Außengelände des Museums, wachsen verschiedene Pflanzen. Richard klärt mich über ihren Nutzen auf: "Der Manuka-Strauch ist sehr biegsam. Meine Vorfahren benutzten ihn, um Häuser, Zäune und auch Waffen herzustellen. Seinem Honig sagt man übrigens eine heilende Wirkung nach." Ein weiteres Highlight der riesigen Ausstellung ist das Te Marae, die moderne Interpretation eines Māori-Versammlungshauses.

Nachts erleuchtete Skulptur
Melanie Maier
Die Skulptur "Sykblues" in Wellington.
Die in Pastellfarben gehaltenen Verzierungen stellen Ahnenbilder dar. Von Zeit zu Zeit finden hier auch Veranstaltungen statt; das Te Marae ist mit Kissen und Duschen sogar für Übernachtungsgäste ausgerüstet. Ich verbringe die Nacht aber doch lieber im Hotel. Und als ich vor dem Zubettgehen aus meinem Fenster schaue, sehe ich endlich, was Neil Plimmer an der Skulptur "Sykblues" findet: Ihre verschlungenen Drähte leuchten hellblau in der Dunkelheit - ein surrealer und doch sehr schöner Anblick.

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Autor
Melanie Maier