Österreich

Österreich Outdoor-Abenteuer im Zillertal

Blumenwiese im Zillertal.

Die schneebedeckten Gipfel Österreichs laden Urlauber ein, die Pisten auf Skiern oder dem Snowboard zu erkunden, und mittags zu Schnitzel oder Kaiserschmarrn in die Hütten einzukehren. Den wenigsten ist dabei bewusst, dass es hier auch im Sommer viel zu erleben gibt. In Neoprenanzug und mit einem Seil, Klettergurt und Helm bewaffnet geht es beim sogenannten Canyoning durch die Schluchten des Zillertals. Dabei wird jeder Teilnehmer wirklich aktiv. Denn nur wer sich abseilt, herunterklettert oder -rutscht, springt oder schwimmt kann immer tiefer in die Schlucht eindringen und sie so auf eine Weise erkunden, wie es bis in die 1950er Jahre nur Forschern und Wissenschaftlern vorbehalten war. Während für die einen der sportliche Reiz entscheidend ist, steht für andere die Natur mit ihren Wasserfällen und natürlichen Whirlpools im Vordergrund. Wieder andere sehen sich bei der zwei bis vierstündigen Erlebnissportart mehr als Abenteurer und Entdecker.

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Ähnlich abenteuerlich ist es auch beim Rafting: Dafür muss man nicht nach Kanada oder in die USA reisen, schon in den deutschsprachigen Nachbarländern kommen Wildwasserbegeisterte auf ihre Kosten: Mit Hilfe eines erfahrenen Guides überwinden die meist vier bis zehn Mann großen Gruppen mit dem Paddel in der Hand Hindernisse wie Wellen, Walzen und Stromschnellen. Bei diesem rasanten Erlebnis auf dem namensgebenden Ziller ist Teamwork erfordert, denn sonst heißt es schnell mal: "Mann über Bord!". "Dieses Jahr sind wir zum ersten Mal nicht zum Snowboarden, sondern zum Raften ins Zillertal gekommen. Der abenteuerliche Ritt auf dem Ziller hat uns so gut gefallen, dass der nächste Besuch inklusive Canyoning schon in Planung ist", sagt Sarah ganz begeistert nach der Tour. Als Steigerung davon bleibt für Adrenalinhungrige nur noch das Tubing. Hier hat jeder Teilnehmer seinen eigenen aufblasbaren Reifen mit dem es die verschiedenen Schwierigkeiten zu überwinden gilt.

Auf dem Gletscher das ganze Jahr Skifahren

Apropos Abkühlung, wer bei 30 Grad im Schatten im Haupttouristenort Mayrhofen sein kühles Zillertaler Radler - eine naturtrübe Version des weitverbreiteten Radlers - genießt, kann sich nur schwer vorstellen, dass währenddessen auf dem Gletscher des Nebenorts Ski gefahren wird. Beim Hintertuxer Gletscher handelt es sich nämlich um das einzige ganzjährig geöffnete Skigebiet Österreichs. Auf bis zu 3250 Metern Höhe sind die Ski- und Snowboardfahrer unterwegs, die von verschneiten Pisten einfach nicht genug bekommen können.

Wanderung zur Olperer Hütte im Zilertal.
Ritschel/Zillertal Tourismus
Natürlich kann man im Zillertal auch wunderbar wandern - zum Beispiel hier auf dem Weg zur Olperer Hütte.

Oben gibt es aber noch mehr zu sehen: 2007 wurde hier vom Höhlen- und Bergwanderführer Roman Erler zufällig bei einer Bergtour eine begehbare Gletscherspalte entdeckt. 45 bis 70 Minuten dauert eine Führung durch diesen eindrucksvollen Natur Eis Palast, wo der sagenumwobene, habgierige Tuxer Riese von den "Salige Fräulein" durch eine List besiegt wurde und hier nun mehr seine letzte Ruhestätte gefunden hat. Auf dem Rundgang durch die konstant Null Grad kalte Eishöhle kommt man vorbei an bis zu acht Meter langen, herabhängende Eisstalaktiten, gefrorenen Wasserfällen und einem 15 Meter tiefen Gletschersee, während über den Köpfen die Ski- und Snowboardfahrer unterwegs sind und sich die Leute im Tal die Sonne auf den Bauch scheinen lassen.

Über den Klettersteig bis ganz noch oben

Hoch hinaus - aber immerhin bei angenehmeren Temperaturen - geht es auch beim Bezwingen der verschiedenen Klettersteige. Direkt in Mayrhofen kann aus drei Schwierigkeitsgraden gewählt werden: Für Kinder und Einsteiger empfiehlt sich der Huterlaner Klettersteig, wo es mit Helm, Gurt und Sicherungsseilen ausgestattet losgeht. Doppelt gesichert geht es über Leitern, Seile oder Sprossen immer weiter nach oben. Etwa eine Stunde sind die Kletterer damit beschäftigt, die 210 Meter Höhenunterschied zu überwinden. Auch wenn es sich hierbei noch um den einfachsten Klettersteig handelt, bekommen schon Anfänger das Gefühl über sich selbst hinauszuwachsen, wenn steilere Aufschwünge und die Seilbrücke in luftiger Höhe überwunden wurden.

Huterlaner Klettersteig im Zillertal.
Andre Schönherr/Zillertal Tourismus
Beim Huterlaner Klettersteig müssen 210 Höhenmeter überwunden werden.

Natürlich sind auch diese Touren im Rahmen einer Führung möglich. So kann man sich zum Beispiel von Matthias Schiestl, dem zweimaligen Bergführer Weltmeister im Klettern, nach oben begleiten lassen: "Ich bin unter anderem schon am Nanga Parbat in Pakistan geklettert, doch zurück zieht es mich immer wieder ins Zillertal. Im Sommer wie im Winter kann ich hier Klettern und auch für mich immer neue Wege und Herausforderungen entdecken."

Oben angekommen werden die Kletterer im Gasthaus Zimmereben mit dem typischen Meisterwurz-Schnaps begrüßt. Den hat sich im Zillertal jeder verdient, der die Hütten zu Fuß oder mit dem Rad aus eigener Anstrengung erreicht. Wahlweise kann die wunderbare Aussicht aufs Tal auch beim landestypischen Skiwasser - einem Getränk aus Himbeersirup und stillem Wasser - genossen werden, bevor es an den Abstieg geht.

Mountainbike im Zillertal.
Daniel Geiger/Zillertal Tourismus
Mountainbiken im Zillertal - mit einer grandiosen Bergkulisse vor Augen.

Auf und ab geht es auch auf den Serpentinen im Zillertal: Auf dem Weg zu den Startpunkten der verschiedenen Wanderwege, kommt man nicht umhin, die vielen Radfahrer und Mountainbiker bei ihren Höchstleistungen zu beobachten. Um diese Steigungen zu schaffen, ist normalerweise eine sehr gute Fitness unabdinglich. Doch auch die durchschnittlich bis wenig Trainierten sollen das fabelhafte Bergpanorama nicht missen müssen, entschied Zillertal Tourismus Geschäftsführer Gernot Paesold. Deswegen werden seit einiger Zeit immer mehr Touren mit E-Mountainbikes angeboten. Wer jetzt denkt, dass das Fahrrad einen wie von Zauberhand alleine auf den Berg bringt, der irrt. Denn das Prinzip der Fahrräder ist, dass nur eine bereits vorhandene Tretleistung verstärkt werden kann. Bei der Auswahl zwischen vier Fahrmodi von "Eco" bis "Turbo" bleibt dem Radfahrer also selbst überlassen, wie sportlich er sich tatsächlich betätigen möchte.

Eine mögliche Route aus insgesamt 800 Kilometern ausgebauten Radwegen startet bereits auf 1790 Metern Höhe bei der Platzlalm im Hochzillertal. Von Anfang an hat man bei dieser Radtour eine fantastische Aussicht und wird so für die (mehr oder weniger) anstrengende Fahrt entschädigt. Auf der Route liegen auch die Kristallhütte und die Wedelhütte, die kulinarisch traditionelle und moderne Küche miteinander verbinden. So gibt es auf der Speisekarte beispielsweise Gerichte wie Zillertaler Kartoffel-Sushi oder Hüttenpaella mit Bergkäse zu entdecken. So lockt das Zillertal die jungen und erlebnisorientierten Urlauber nicht nur mit verschiedensten Bergaktivitäten, sondern auch mit einer ausgefallenen Küche. Das Zillertal hat eben mehr zu bieten als Skifahren und Wandern beziehungsweise Schnitzel und Kaiserschmarrn.

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Das Zillertal bietet mit seinen Schluchten, Gletschern und Felswänden beste Voraussetzungen für Outdoor-Aktivitäten wie Rafting, Canyoning oder Klettern.

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Autor
Annika Lampe