Cornwall

Cornwall Drei Wanderwege entlang des South West Coast Path

South West Coast Path

Skilly Island

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Den Schmugglern sein Dank: Weil die ihr Unwesen einst in den versteckten Buchten trieben, legte die Küstenwache einen Pfad an, der besonders nah an den Klippen entlang führt - und schickte dort bis 1913 Patrouillen hin. Heute ist der South West Coast Path einer der berühmtesten Wanderwege Großbritanniens und bekannt für spektakuläre Ausblicke. Auf 1014 Kilometern führt er von Somerset durch Devon und Cornwall bis nach Dorset, dabei sind angeblich insgesamt gut 35.000 Höhenmeter zurückzulegen - das entspricht viermal der Höhe des Mount Everest.

Drei Wanderwege auf dem South West Coast Path:

1. Lansallos bis Looe

Beginn: National-Trust-Parkplatz in Lansallos

Ende: Bahnhof von Looe

Distanz: 13 Kilometer

Zeit: Drei bis vier Stunden

Schwierigkeit: Anspruchsvoll

Einkehrmöglichkeiten: Im »Blue Peter Inn« in Polperro kommt der Fisch vom Hafen, das Fleisch vom Dorfmetzger

Diese Tour führt uns von einem alten Schmugglerdorf zum nächsten, und bereits der Einstieg ist geheimnisvoll. Vom Parkplatz geht es durch ein kleines Tor über einen Fußweg bergab. Umgeben von alten, mit Moos und Efeu bewachsenen Bäumen spazieren wir entlang eines kleinen Baches eine Viertelstunde in Richtung Meer. Der Strand Lansallos ist in der Nebensaison meist einsam, und wer ihn einmal gesehen hat, erkennt ihn immer wieder: Mitten im Sand steht ein Felsen, auf den ein kleiner Pfad hinaufführt. Von dort oben geht der Blick über die kleine Bucht bis hin zu den nächsten Klippen. Das nächste Wegstück kostet etwas Mühe: Viel Auf und Ab führt uns in das kleine Schmugglerstädtchen Polperro. An der Südküste ist die Vegetation weit freundlicher als im Westen, je nach Saison blüht es weiß, gelb oder rosa am Wegesrand. Von Polperro geht es weiter über den kleinen Hafen nach Looe. Diese Etappe ist im Gegensatz zu der vorigen recht entspannt. Weite Wiesen auf den Klippen laden zum Durchatmen ein, Strände wie die Talland Bay oder der Portnadler Beach sind eine schöne Abwechslung zum tiefen Grün und Schwarz. Der Badeort Looe liegt auf der anderen Seite des gleichnamigen Flusses – aber erst am Gemeindezentrum Millpool Center führt eine Brücke hinüber.

2. Von Boscastle nach Tintagel

west coast path
Beginn: National Trust-Parkplatz in Boscastle

Ende: Old Post Of ce Tintagel

Distanz: 8,5 Kilometer

Zeit: Zwei Stunden

Schwierigkeit: Mittel

Einkehrmöglichkeiten: Das Café »Harbour Light Tea Garden« in Boscastle hat leckeren Kuchen, das Deli »Charlie’s« in Tintagel wartet mit herzhaften Burgern auf

Es kann sehr mystisch sein an Cornwalls Nordküste. Ein grauer Schleier umhüllt die dunklen Klippen und taucht das Meer in tintenblaue Farbe. Auf dem National-Trust-Parkplatz in Boscastle ist wenig los, doch in Cornwall gibt es bekanntlich kein schlechtes Wetter – höchstens dramatisches. Mit Chips, Wasser und wetterfester Ausrüstung laufen wir los Richtung Küste. Boscastle hat einen natürlichen Hafen, der auch schon mal von einer hohen Flutwelle nach heftigen Regenfällen komplett überflutet wurde. Auch heute ist die See rau, aber den Gedanken, dass so etwas gerade jetzt passieren könnte, schieben wir beiseite. Wir queren die Brücke über den Fluss Valency und folgen dem Weg steil hinauf auf den ersten Aussichtspunkt, von dem man noch einen etwas verschwitzten Blick zurück nach Boscastle wirft. Dann dreht man ab, Richtung Südwesten, dorthin, wo der sagenumwobene König Artus gelebt haben soll. Schon die erste Klippe besteigen wir und gelangen so zum Aussichtspunkt Willapark. Der Wind bläst uns ins Gesicht, das Meer liegt tosend zu unseren Füßen. Wir packen die Kameras aus, der Atlantik zeigt seine wilde Seite, und die ist außerordentlich fotogen. Dann heißt es weitertraben. Es geht vorbei an Feldern und einem Campingpark zum Rocky Valley, dessen Felsformationen an diesem Tag besonders majestätisch dreinschauen. Bald schon erkennt man auf dem auslaufenden Pfad die ersten Häuser von Tintagel. Auf dem Weg ins Dorf – bis um 1850 hieß es übrigens Trevena, wurde dann aber nach der nahe gelegenen Halbinsel benannt, um den Tourismus mit Artus-Fans anzukurbeln – schauen wir natürlich bei Merlins Höhle und Tintagel Castle vorbei. Im Ort Tintagel endet unser Weg beim Old Post Office: Das windschiefe Steinhaus aus dem 14. Jahrhundert, eines der ältesten Gebäude in Cornwall, gehört heute dem National Trust. Im Inneren sind die viktorianische Post sowie einige mittelalterliche Wohnräume zu sehen.

3. Von Porthcurno nach Sennen Cove

Beginn: Parkplatz in Porthcurno

Ende: Parkplatz Sennen Cove

Distanz: 10 Kilometer

Zeit: Zwei bis drei Stunden

Schwierigkeit: Mittel

Einkehrmöglichkeiten: Einfache Snacks im spektakulär gelegenen »First and Last House«, edle Fleisch-, Pasta- oder Seafood-Gerichte im »Ben Tunnicliff« in Sennen Cove

Cornwall aus der Luft
Von Strand zu Strand im westlichsten Zipfel Cornwalls – das ist die ideale Wanderung in den Sonnenuntergang. Los geht’s am Porthcurno Beach, am besten steigt man hier die Steinstufen zum berühmten Minack Theater hinauf. Ein sehr steiles Stück, für das man auf jeden Fall trittfest sein sollte. Beim Theater werden wir mit einem wunderschönen Blick zurück über den weitläufigen Strand belohnt. Wenn nicht gerade eine Vorstellung stattfindet, kann man das Theater besichtigen, ein lohnender Stopp. Wir folgen den Wegweisern Richtung Porthgwarra und passieren bald den Porthchapel Beach, der übrigens auch aus der Nähe gesehen ein echtes Schmuckstück ist. Mittlerweile wird die Landschaft bereits in goldenes Licht getaucht. Es sind noch zwei Stunden nach Sennen Cove, darum marschieren wir weiter. Das Fischerdörfchen Porthgwarra ist so klein wie entzückend. Eigentlich trennen es Klippen von der Küste, doch längst sind zwei Tunnel durch den Stein getrieben worden. Wir können der Sonne beim Sinken zusehen, als wir uns dem Touristenmagneten Land’s End nähern. Dort ist tagsüber in den Restaurants und dem Vergnügungspark immer viel los. Wer den Massen entgehen möchte, wandert einfach an den Klippen ein Stück weiter den South West Coast Path entlang. Auf dem Weg sieht man an der Vegetation recht deutlich, dass diese Stellen des Küstenweges zu den rauesten gehören – hier regiert der Wind, alles ist zum Landesinneren gebeugt. Im kleinen »First and Last House« kaufen wir noch Proviant, bevor wir das letzte Stück im Sonnenuntergang zum schön gelegenen Surferstrand Sennen Cove gehen.

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