Hamburg

Lifestyle-Trend Weißes Dinner in Hamburg

Seit einigen Jahren findet in Hamburg das "Weiße Dinner" statt. Tausende versammeln sich dann zu einem großen Freiluftpicknick - natürlich ganz in Weiß.
Weißes Dinner Hamburg 2013
1 von 17

Am Samstag, den 17. August, machten sich viele Hamburger, bewaffnet mit Picknickkörben, Tischen und Stühlen, auf den Weg zur Uferpromenade vor den Deichtorhallen und dem Spiegelgebäude - denn dort fand zum vierten Mal in der Hansestadt das Weiße Dinner statt. 6500 Besucher zählte das Event in diesem Jahr. Der Dresscode – wie immer – ganz in Weiß, vom T-Shirt bis zum Hundehalsband. Erstmals wurde so 2010 in der Schopstraße in Eimsbüttel diniert, 2011 versammelte man sich in der Osterstraße und im vergangenen Jahr wurde die Wiese am Michel in ein weißes Meer verwandelt.

Anzeige

Bereits um 17 Uhr wurden die ersten Tafeln errichtet und schon wenig später zierte ein weißer Rahmen die gesamte Promenade. Liebevoll geschmückte Tische mit Kerzenleuchtern, Blumenkränzen und Sektschalen machten Lust auf einen gemütlichen Abend. Bald wurden die ersten Weinflaschen entkorkt, die gut gefüllten Tupperdosen geöffnet. Auch wenn jeder für sich gekommen war, spätestens beim ersten Zuprosten vereinten sich die Besucher zu einer großen Familie. Nudelsalate wurden herumgereicht, Hackbällchen ausgetauscht.

In herzlicher und friedlicher Atmosphäre wurde stundenlang geschmaust und gelacht. Auch der Wettergott meinte es gut mit Hamburg. Während der Himmel den ganzen Tag über grau und trüb gewesen war, riss abends, pünktlich zu Beginn der Veranstaltung, die Wolkendecke ein wenig auf und die Sonne blinzelte hindurch. Bis zum Ende des Dinners genossen die Teilnehmer einen lauwarmen Sommerabend, wie er sich für den August gehört.

Das Weiße Dinner - ein aufsehenerregendes Spektakel

Das Spektakel blieb für Außenstehende nicht unbemerkt. Passanten blieben auf der Oberbaumbrücke stehen, zückten ihre Fotohandys und hielten das sonderbare Bild fest. Und gegenüber auf der Oberhafenbrücke hupten die Lokführer der vorbeifahrenden Züge der weißen Menge zu, die den Gruß mit lautem Jubel und wirbelnden Servietten und Tüchern erwiderte.

Weißes Dinner Hamburg 2013
Anja Haertel
Wie in jedem Jahr wurden um 21.30 Uhr Tausende Wunderkerzen angezündet.

Je dunkler es wurde, desto mehr Kerzen erleuchteten die Tische. Manch einer hatte sogar eine Auswahl an Feuerwerk mitgebracht und jede einzelne Rakete, die am dunklen Himmel zerbarst, wurde von den Gästen mit lautem Jubel gefeiert. Um 21.30 Uhr war es schließlich soweit: Die Menge erhob sich und entzündete die mitgebrachten Wunderkerzen. Wie ein Schwarm Glühwürmchen schwebten minutenlang die flackernden und funkensprühenden Lichter durch die Luft und verzauberten alte und junge Augen. Als die letzten Wunderkerzen erloschen, versammelte man sich wieder um die Tische und versank erneut in Gespräche.

Nach und nach lichtete sich das Bild, Kerzenleuchter und Weingläser wurden vorsichtig verstaut und die weißen Tischdecken sorgsam zusammengefaltet. Mit Kind und Kegel, gefüllten Bäuchen und der schönen Erinnerung gingen die Besucher nach Hause, bis gegen 1 Uhr morgens die Promenade ganz still wurde – als wäre nie etwas gewesen. Bis zum nächsten Jahr.

1 von 17
Promotion
Autor
Anja Haertel