Sri Lanka

Sri Lanka Tempelfeste auf der Halbinsel Jaffna

Pilger auf der Halbinsel Jaffna

Im Juli und August feiern die Tamilen den Monat "Aadi". Zeit für Besinnung und Buße: Aus Sri Lanka und der ganzen Welt kommen hinduistische Pilger auf die Halbinsel Jaffna - und üben sich in Selbstkasteiung. Männer rollen sich durch den Staub, andere durchstoßen sich die Zunge mit einem Speer. Für westliche Betrachter besonders unglaublich ist das Ritual des "Paravai kavadi", zu Deutsch "Vogeltanz": Gläubige treiben sich dabei Haken durch die Haut von Rücken und Waden. Die Männer meditieren, es fließt kein Blut.

Anzeige

Anschließend werden sie an Seile gehängt und – vornüber unter Wippen baumelnd – von Kleinbussen durch die Straßen gefahren. Für die Hindus ist das ein Weg der höchsten Götterhuldigung. Über 2000 hinduistische Tempel gibt es allein auf der Halbinsel Jaffna, und seit Kriegsende leben alte Traditionen hier wieder auf. Überall werden Feste gefeiert, die großen Tempel von Nallur, Thondamanaru und Tellipallai ziehen täglich Zehntausende Gläubige an. Zuschauer sind an den Tempeln durchaus willkommen. Wer dabei sein will, nimmt von Colombo aus den Bus nach Jaffna. Die Fahrt dauert zehn Stunden.

Die Halbinsel Jaffna

Jahrzehntelang war sie Besuchern verschlossen, nun hat die Halbinsel im äußersten Norden Sri Lankas mit ihren firschreichen Lagunen und fruchtbaren Böden ihre einstige Bedeutung als wichtigster Handelsplatz wiedererlangt. Staubige Straßen und kriegszerstörte Bauten gibt es zuhauf, doch überall wird gebaut. Während der Palast der berühmten Jaffna Library - als Symbol tamilischer Kultur 1981 von nationalistischen Singhalesen niedergebrannt - wieder in strahlendem Weiß dasteht, werden die Restaurierungsarbeiten im sternförmigen Holländischen Fort noch einige Zeit benötigen. Mit dem Nallur Kandaswamy Kovil besitzt Jffna einer der fünf wichtigsten Hindu-Wallfahrtsorte Sri Lankas.

Promotion