Indien

Backpacken 9 Tipps für die Rucksackreise

1. Erster Eindruck von Land und Leuten: der Markt

Das gilt prinzipiell nicht nur für die Reise mit dem Rucksack: Eine der besten Möglichkeiten, sich einen ersten Eindruck von Land und Leuten zu verschaffen, ist der lokale Markt. Zwischen exotischen Früchten, Kochgeschirr und fernab der Touristenzentren lässt sich hier der Charakter eines Landes schon in den ersten Tagen der Reise erleben. Außerdem kann man günstige Mitbringsel für die Lieben daheim — zum Beispiel Gewürze und Stoffe — kaufen.

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2. Offen sein und Neues ausprobieren

Stefan Hutterli
Probieren geht über studieren: Fisch und Meeresfrüchte in einer kambodschanischen Garküche.

Wer mit dem Rucksack unterwegs ist, lässt übermäßige Bedenken am Besten zu Hause. Die Reisezeit ist die Zeit des Probierens. Tauchen klingt interessant, der Surfkurs auch? Wie sieht es denn mit dem dreitägigen Dschungeltreck aus? Wenn man es sich zutraut, nur zu. Im  Nachhinein zahlt sich etwas Mut fast immer aus und belohnt einen mit vielen schönen Erinnerungen und einer spannenden Geschichte.  Gleiches gilt für Speisen und Getränke. Froschschenkel, Seidenraupen, Meerschweinchen: Was in anderen Ländern auf den Tisch kommt, scheint auf den ersten Blick nicht für europäische Essens-Gewohnheiten gedacht. Oft ist es aber tatsächlich eine bessere Alternative zum eher westlich geprägten Essen vieler Restaurant, gerade in touristischen Gebieten. Ein besonderes kulinarisches Erlebnis sind die Garküchen der Straßenhändler etwa in Asien, bei denen man allerdings auch auf Sauberkeit achten sollte. In fast allen Situationen gilt die Faustregel: nicht naiv sein — aber auch nicht zu paranoid. Eine gesunde Mischung macht’s.

3. Tolerant sein und sich den regionalen Sitten anpassen

Johanna Huth
Auch modisch sollte man sich als Reisender manchmal den lokalen Regeln anpassen, wie hier im größtenteils muslimischen Kaschmir in Nordindien.

Egal wo auf der Welt, die meisten Einheimischen begegnen einem freundlich, zuvorkommend und interessiert; man sollte es ihnen gleichtun. An lokale Regeln — auch religiöse Richtlinien, so unverständlich sie einem vielleicht auch erscheinen —, sollte man sich ebenfalls halten. Darüber hinaus kann es nicht schaden, wenigstens ein paar einfache Sätze und Floskeln in der jeweiligen Landessprache zu lernen. Das hat drei entscheidende Vorteile: Man kann besser kommunizieren, Probleme schneller lösen und zeigt der jeweiligen Kultur des Landes gleichzeitig seinen Respekt.

4. Vorteile vom Alleinreisen

Johanna Huth
Paharganj in Neu-Delhi: Ein hervorragender Ort, um andere Backpacker zu treffen.

Alleinreisen ist für viele Menschen schwer vorstellbar. Mit etwas anfänglichem Mut ist aber auch das kein Problem. Man hat Zeit für sich und seine Gedanken, muss sich nicht absprechen, und es kommt nicht zu Streitigkeiten. Hinzu kommt: Wer mit dem Rucksack durch ein fremdes Land reist, trifft schnell auf Gleichgesinnte und ist so gut wie nie allein. Die Unterhaltung mit anderen Reisenden gehört hier dazu, genau wie die obligatorische Frage danach, wo man herkommt. Gerade Langzeitreisende sind von diesem oberflächlichen Smalltalk allerdings meist genervt. Daher sollte man sich lieber interessantere Fragen ausdenken (Was war bisher dein eindrucksvollstes Erlebnis? Wo warst du am liebsten?), um besser mit anderen Backpackern ins Gespräch zu kommen; vielleicht sogar einen Reisepartner zu finden. Die besten Informationen zu Orten und andere Hinweise zur Region ergeben sich sowieso eher aus solchen Gesprächen — und stehen nicht etwa im Reiseführer. Hin und wieder ist man aber trotzdem alleine unterwegs; ein Buch hilft gegen die Langeweile in solchen Situationen.

5. Nicht die Reise komplett durchplanen, Raum für Spontanität lassen

Sich neben Arbeit und Familie genug Zeit nehmen um zu Reisen — eine Mammutaufgabe, leider oft schwer oder bis unmöglich. Wenn es dann aber so weit ist, sollte man die Zeit auch genießen, etwas mehr im Moment leben und nicht den gesamten Trip durchplanen. Gerade das Buchen von Zimmern und Inlandsflügen im Voraus, feste Termine also, zerstört einen der schönsten Aspekte des Reisens: die Freiheit, spontan zu sein. Stattdessen sollte man sich lieber die Zeit nehmen, die man braucht und vielleicht etwas länger an einem Ort bleiben, an dem es gefällt. Das reale Leben ist stressig genug; das sollte nicht auch noch fürs Reisen gelten.

6. Reisen mit Bus & Bahn

Christoph Pöthke
Auch solche Momente wollen festgehalten werden: Ein traumhafter Sonnenuntergang über dem Mekong in Laos.

Land und Leute lernt man nicht im Flugzeug kennen. Wer von A nach B kommen und auch etwas von seinem Reiseland sehen möchte, verzichtet auf Inlandsflüge und verlässt sich stattdessen lieber auf Bus und Bahn. Besonders das Reisen in Lokalbussen oder in der 2. und 3. Klasse der Züge führt oft zu spannenden Begegnungen mit Einheimischen und anderen Backpackern. Im Vergleich zum Flugzeug dauert der Weg so zwar länger, ist dafür aber günstiger. Außerdem gilt auch hier die alte Weisheit: Der Weg ist das Ziel.

7. Eine Frage des Geldes

Die Reise mit dem Rucksack ist meist nicht so teuer wie der klassische Urlaub mit Strand und Hotel. Geld spielt dennoch keine unwichtige Rolle. Um zu sparen, sollte man auf unnötigen Luxus verzichten (und zum Beispiel in einem Mehrbettzimmer in einem Hostel schlafen), ein tägliches Maximalbudget festlegen und Preise für Taxis, Rikschas und andere Dienstleistungen in jedem Fall vorher absprechen — hinterher lässt sich nur schwer verhandeln. Märkte und Basare laden zum angemessenen Handeln und Feilschen ein. Man bedenke aber: Auch kleine Beträge machen für Einheimische in vielen Teilen der Welt den Unterschied zwischen Abendbrot und Hunger aus. Auf jeden Fall ist es sinnvoll, mehr Geld mitzunehmen, als man ursprünglich eingeplant hat — für den Notfall.

8. Schutz und Hygiene

Christoph Pöthke
Andere Länder, anderes Sitzen: ein Überlandbus in Laos.

Übertriebene Angst vor Krankheiten, Tierbissen und Insektenstichen können einem das Reiseerlebnis ruinieren. Nichtsdestotrotz gibt es einige Grundregeln, die man beachten sollte: Insekten- und Sonnenschutz verwenden, sich bereits vor Abreise die nötigen Impfungen besorgen sowie auf allgemeine Hygiene und Sauberkeit achten (u.a. immer Hände waschen, kein Leitungswasser trinken und Baden in stehenden Gewässern — zum Schutz vor Parasiten — vermeiden). Auch sollte man sich nicht zur Zielscheibe für Überfälle und Diebstähle machen, indem man technische Geräte oder den Geldbeutel offen mit sich herumträgt. Das richtige Maß Aufmerksamkeit schadet nicht.

9. Dokumentation der Reise

Steffan Hutterli
Ein Moskitonetz zum Schutz vor Malaria oder Gelbfieber gehört zu einem Rucksack-Trip in feuchtwarme Regionen unbedingt dazu.

Die Reise ist vorbei — der Alltag hat einen wieder. Was gibt es jetzt Schöneres, als alte Erinnerungen von vergangenen Reisen Revue passieren zu lassen. Egal ob in einem Blog, durch Fotos und Videos oder ganz klassisch mit Stift und Reisetagebuch. Digitale Reise- und Bildblogs (Instagram, Tumblr) sind heutzutage schnell erstellt, leicht zu bedienen  und dienen nicht nur der eigenen Erinnerung. Auch für Freunde und Familie ist es spannend, an den Reiseerlebnissen teilzuhaben.

Hier gibt es noch mehr Tipps für eine Rucksackreise. 

Promotion
Autor
Christoph Pöthke