Tansania

Tansania Eine Wanderung auf den Mount Meru

Gipfelgrat Meru
  
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Tipps: Mount Meru

Im Gegensatz zum Kilimandscharo, wo sich rund ein halbes Dutzend Wege auf den Gipfel schlängeln, gibt es zur Spitze des Meru eigentlich nur eine Route. Sie führt am ersten Tag vom Momella Gate durch üppigen Regenwald bis zur Miriakamba Hut (2500 Meter). Am zweiten Tag wandert man etwa vier Stunden über die Baumgrenze zur Saddle Hut (3550 Meter). Nachmittags kann man zur Akklimatisierung den Little Meru besteigen, aber danach geht man am besten früh schlafen, denn schon gegen Mitternacht beginnt die Gipfeletappe. Etwa fünf Stunden sind es bis zur Spitze (4556 Meter), drei Stunden wieder runter bis zur Hütte. Normalerweise bleibt man entweder hier noch eine Nacht oder in der Miriakamba Hut, bevor man ganz absteigt. Aber wer weniger Zeit hat, kann den Abstieg auch an einem Tag schaffen, sich an der Miriakamba Hut von einem Auto abholen lassen – oder am ersten Tag mit dem Wagen ein wenig weiter in den Nationalpark fahren.

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Gipfelgrat Meru
Auf den beiden Hütten schläft man in bequemen Schlafsälen, ein Zelt ist also nicht nötig. Aber als Ausrüstung benötigt man neben einer dicken Jacke, bequemen Schuhen, Mütze, Handschuhen und vielen Kleidungsschichten für die Gipfelnacht auf jeden Fall noch eine Stirnlampe. Auch Gehstöcke sind extrem hilfreich. Gute Tourunternehmen beraten bei der Ausrüstung und leihen das nötige Equipment.

Eine Gipfelbesteigung mit selbstständigen Bergführern wie Francis (+255 719385962), den ich nur empfehlen kann, kostet mindestens rund 800 Dollar ohne Trinkgeld, bei größeren Tourunternehmen wird der Preis auf jeden Fall vierstellig. Am besten fragt man bei einer Reihe von Unternehmen und Bergführen an, ob man sich zum gewünschten Zeitpunkt einer Gruppe anschließen kann – dann fällt der Preis. Denn zum obligatorischen Personal einer Expedition gehören neben dem Bergführer mindestens ein Koch, ein Träger und ein Nationalparkranger.

Und zum Schluss die ewige Frage: Welches Fitnesslevel muss ich haben, um den Meru zu besteigen? Und die ewige Replik: Es gibt keine definitive Antwort. Ich bin vor dem Meru mehrmals die Woche eine Stunde Laufen gegangen, habe ansonsten aber keinen Sport gemacht. Die ersten beiden Tage der Tour sind eine gemütliche Wanderung, aber die Gipfeletappe gilt als schwieriger als die des Kilimandscharo – abgesehen von der Höhe. Die Höhenkrankheit kann einen übrigens gleich jeglicher physischer Kondition ab 2500 Metern befallen. Nichts kann einen davor schützen, außer ausreichende, langsame Akklimatisierung. Und trifft sie einen doch, hilft nur eins: Absteigen.  

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Autor
Kalle Harberg