Tansania

Tansania Das Inselparadies Sansibar

... Besonders viel Überzeugungsarbeit sollte bei solchen Stränden nicht nötig sein.

Ein sechs Kilometer langer (und für Strände extrem breiter) Traum: der Longbeach bei Noordhoek nahe Kapstadt (Südafrika). Wegen der starkem Strömungen birgt das Wasserbaden gewisse Gefahren in sich.

Reiseziel Afrika – einfach beeindruckend! Hier gibt's unsere Tipps.

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Dieses Lachen geht durch Mark und Bein. Gepaart mit der Herzlichkeit, die einem entgegen springt, vermag sie jenes Glücksgefühl zu erzeugen, das kein Fünf-Sterne-Resort der Welt bieten kann. Die Kinder von Jambiani sind der Quell der Freude. Sie laufen uns Fremden entgegen, rufen laut "Karibu, Jambo, Mambo" (Herzlich Willkommen! Hallo, wie geht's?). Ob zwei Jahre alt oder sieben - jeder will an die Hand und so sind die fünf Finger schnell aufgeteilt. Zehn Kinder hängen an jedem von uns - so recht weiß jetzt keiner, wie es weitergeht. Swahili ist die Sprache, die wir jetzt sprechen müssten. Aber außer ein paar sporadischen Brocken kommt uns nichts über die Lippen.

Also müssen Gesten her. Ein Fingerzeig - Du! Wie heißt Du? Es klappt mit der deutsch-afrikanischen Verständigung und irgendwie mag dieses Kinderlachen nicht enden. Zwischendurch fragt die Nachwuchstraube an unseren Händen in Kinderenglisch, ob wir Stifte oder Kekse oder beides haben. Wir müssen verneinen. Und versuchen Freude zu verteilen, indem wir lachende Smileys in den Sand malen.

Jambiani ist ein ursprüngliches Dorf an der Ostküste Sansibars, fernab von Luxusressorts und dem geschäftigen Treiben der Hauptstadt Stone Town. Es ist ...

Dorf Jambiani

Jambiani - das Fischerdorf an der Ostküste Sansibars ist zwar klein, aber ganz groß, wenn es um den Nachwuchs geht. Es scheint dem Kinderparadies von Ikea schwer Konkurrenz zu machen - insgesamt 50 Prozent der Einheimischen sind im Schul- oder Kindergartenalter. Doch wer hier nach Schaukeln, bunten Plastikeimern oder gar Lerncomputern sucht, der wird nichts finden. Die Kinder wachsen am Strand oder auf den staubigen Wegen des Dorfes auf. Die Großen achten auf die Kleinen. Oft teilen sich 40 von ihnen einen behelfsmäßig zusammengeflickten Ball aus Bettlaken und einer Füllung aus Stofffetzen. Fußball wird hier verehrt und an jeder Ecke gespielt.

Der Strandaufenthalt ähnelt dem Besuch auf einem afrikanischen Markt

Hektische Latte-Macchiato-Eltern, minutiös bemüht um das Wohlergehen ihres Kindes, gibt es nicht. Bei den Einheimischen geht es vorrangig ums tagtägliche Überleben. Die Menschen im Dorf verdienen am Seegras, das sie bei Ebbe aus dem Schlick des Watts ernten. Mit großen Körben auf dem Rücken waten sie regelmäßig zurück an den Strand. Nach dem Pflücken werden die korall-grünen Pflanzen auf den Straßen des Dorfes getrocknet und anschließend nach Japan oder Amerika verschifft. Allerdings reichen die Erlöse allein meistens nicht und so wird improvisiert. Andere Einnahmequellen aufzutun, darin sind die Sansibarer besonders kreativ.

Diese Algenfischerin trägt ihre getrocknete Ernte über einen der wunderschönen Strände Sansibars (Tansania). Etwa 10.000 Frauen verdingen sich hier auf diese Weise.
Und so ähnelt der Strandaufenthalt dem Besuch auf einem afrikanischen Markt. Sobald der europäische Urlaubsleib gebettet ist, stehen am Zaun der Unterkunft auch schon Jambianer, die etwas zu verkaufen haben. "Massage?" fragt eine Frau, die sich als Maria vorstellt und mit ihrem pinkfarbenen Schleier aussieht wie die Reinkarnation der echten Jungfrau. "Maybe tomorrow." Eine Antwort, die uns noch verfolgen wird. Denn Maria wird in den kommenden Tagen zum Dauerzaungast.

Gerade ist sie um die Ecke, kommt der nächste Geschäftsmann. Massai Paulo macht gerade in Jambiani "Urlaub" und preist seinen Shop an. Auf die Frage, wo denn sein Geschäft sei, greift er beherzt seinen Jutebeutel und breitet den Inhalt im Sand aus. "Here!" Ich kaufe einen Armreif, den ich in Deutschland nie wieder tragen werde, der aber jetzt gerade sooo schön aussieht und komme mit Paulo ins Gespräch.

Er erzählt mir, dass er Tourismus studiert hat und derzeit zwischen den Traditionen seines Stammes und der schönen neuen Tourismuswelt der Luxushotels im Norden hin und her gerissen ist. "Eigentlich könnte ich dort als Rezeptionist arbeiten. Aber da sind ja auch noch meine zwanzig Rinder und meine Familie. Die kann ich auf Dauer nicht einfach so im Stich lassen."

Fernab von Luxusresorts

In Jambiani hat jeder sein kleines oder großes Päckchen zu tragen. Einige Gespräche später wird klar - in diesem Dorf sind wir mittendrin. Fernab von Luxusresorts und dem geschäftigen Treiben der Hauptstadt Stone Town. Hier werden wir gewahr, wie das Leben in Sansibar funktioniert. Aus geplanten zwei Tagen werden acht. Bei Abreise kennen wir den kompletten Dorftratsch und zumindest einen Teil des wahren sansibarischen Lebens.

...  bekannteste Stadtteil der Inselhauptstadt Sansibar-Stadt ist das historische Zentrum Stone Town mit seinen engen Straßen und gewundenen Gassen. Menschen aus ...

Stadtteil Stone Town, Sansibar-Stadt

Die Herzlichkeit der Menschen in Jambiani ist kaum zu überbieten. An einem Tag werden wir gegen einen winzigen Obulus mit zum Fischen und Schnorcheln auf eine traditionelle sansibarische Dhau genommen, am nächsten Tag schenkt mir ein fremdes Mädchen im einzigen Internetcafé des Dorfes einen Schleier. Eine rührende Geste. Denn scheinbar ist der Stoff aus ihrem eigenen Schrank und der wird nicht gerade üppig gefüllt sein.

Kulinarisch will uns jeder zweite Zaungast etwas Gutes. Bereits mittags muss entschieden werden, wo es zum Dinner hingehen soll. Vorbestellungen sind nicht etwa aufgrund des Menschenandrangs gefragt - eher, weil noch der Fisch gefangen oder das Huhn geschlachtet werden muss. Und so werden wir von Koch "Stonefish" mit frischem Chicken in Koriander bewirtet, im Stone Café gibt es Krabbencocktail und anschließend frischen Thunfisch, Captain Cook kocht seinen berühmten Coconut Crusted Fisch und preist zeitgleich seine Mary Juana Soup an.

Köstliche Versprechen werden nicht nur gemacht, sondern auch eingelöst. Auf Sansibar ist es Ehrensache, frischen Tintenfisch, Hummer oder Barrakuda mit Gewürzen wie Safran, Curry, Ingwer und Zitronengras zu kredenzen. Für die aufgerufenen Preise bekommt man in Europa gerade mal ein Maxi Menü in der rot-gelben Fastfoodkette.

Stromausfälle sind an der Tagesordnung

Sansibar ist die Gewürzinsel - das riecht und das schmeckt man. Wer allerdings das günstige Edelessen in einem Designrestaurant erwartet, der liegt falsch. Denn in Afrika wird gern improvisiert. Restaurants bestehen oft aus ein paar Plastiktischen im oder neben dem Wohnhaus. Kerzen sind obligatorisch. Der romantische Gedanke ist hier eher zweitrangig - Stromausfälle an der Tagesordnung. Toiletten gibt es meist gar nicht. Und wenn, will man sie nicht benutzen.

Wer in Sachen Hygiene Abstriche macht und wem das Leben ohne viel Komfort im Urlaub gefällt, kann in Sansibar günstig seine Ferien verbringen. Einfache Strandbungalows mit Gemeinschaftsbad gibt es bereits ab zehn Euro. Transport, Freizeitaktivitäten und Versorgung gibt es zum Spotpreis - allerdings nur, wenn man die Angebote der Einheimischen studiert und gut handelt.

Der Personennahverkehr auf der Insel erfolgt mit sogenannten Daladalas (oder Dalla-Dallas), das sind Kleinbusse, Pickups aber auch mittelschwere LKWs.

Dalla-Dallas (öffentlicher Minibus)

Weite Teile der Insel sind kaum erschlossen. Wer Muße hat und sich mit einem der überfüllten Dalla-Dallas (öffentlicher Minibus) fortbewegt oder sich mit einem Taxi umherfahren lässt, wird den für sich perfekten Platz finden. Während das kristallklare Meer auf der Ostseite von den Gezeiten abhängig ist, spielt das Kommen und Gehen des Wassers im Nordwesten keine Rolle. Die ersten oder letzten Tage verbringen Touristen meist im historischen Stadtviertel Stone Town mit seinen engen Straßen und gewundenen Gassen. Hier wird deutlich, was Sansibar wirklich ist: ein ursprüngliches Paradies, in dem das Zusammenleben der unterschiedlichsten Kulturen funktioniert, egal ob Indisch, Arabisch oder Afrikanisch.

Für viele versinkt hier die sansibarische Sonne vor dem Heimflug ein letztes Mal im Meer. Und diese eine Liedzeile kommt spontan in den Sinn: "Wenn ihr mich fragt, wo's am Schönsten war, dann sag ich: Sansibar!"

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Autor
Alexandra Tapprogge